Jüdisches Leben in der arabischen Welt
Fotografische Erinnerungen an eine vergangene Zeit.
Diese Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher ein zu einer Reise in jüdisch-arabische Lebenswelten – von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des Staates Israel. Thematisch gegliedert – etwa in die Bereiche Alltagsleben, Religion, Bildung, Berufs- und Wirtschaftsleben, Presse sowie Migration – gewährt die Ausstellung eindrucksvolle Einblicke in eine weitgehend vergessene oder gar verdrängte Geschichte.
Historische Fotografien dokumentieren den Alltag jüdischer Gemeinschaften in Regionen wie dem Maghreb, Libyen, Ägypten, Syrien, Irak und Jemen. Sie zeugen von Nähe, Austausch und gemeinsam gelebten kulturellen Räumen – „jüdisch“ und „arabisch“ galten über Jahrhunderte nicht als Gegensätze, sondern als Ausdruck eines eng verflochtenen Miteinanders. Dieses zeigte sich etwa in den Markt- und Geschäftsbeziehungen von Städten wie Kairo oder Tunis oder im Alltag multireligiöser Stadtviertel, in denen jüdisches, muslimisches und christliches Leben eng miteinander verbunden war. Persönlichkeiten wie aus der Kaufmannsfamilie Sassoon oder die ägyptisch-jüdische Schauspielerin Leila Murad, eine Ikone des arabischen Kinos, stehen exemplarisch für die vielfältige jüdische Präsenz im öffentlichen und kulturellen Leben. Auch wenn diese Beziehungen nicht spannungsfrei waren, prägten sie jüdisches Leben tiefgreifend.
Die Ausstellung ist eine Kooperation der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. AG München, dem Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe und der Abteilung für Judaistik der Ludwig-Maximilians-Universität.
Seidlvilla
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